Aufklärung: Lehrbuch schreckt Kritiker auf

aus der 20 minuten vom 21.06.2016


Nach Lehrbuch: Schüler sollen Analsex in Theaterstück nachspielen

ZÜRICH. Laut einem Lehrbuch sollen Schüler ein «Puff für alle» bauen oder Analsex nachspielen. Das sorgt für Kopfschütteln.

Das Praxisbuch «Sexualpädagogik der Vielfalt», das in den Kantonen Zürich und Basel für den Sexualkundeunterricht empfohlen wird, sorgt für rote Köpfe. Darin thematisiert werden unter anderem Darkrooms oder Sadomasochismus. Empfohlen wird auch, in einem Theaterstück Praktiken wie Analsex darzustellen. Hilfsmittel für die jungen Schauspieler: Dildos und Vaginalkugeln. Auch sollen die Schüler ein «Puff für alle» bauen, wo sexuelle Praktiken wie der «Blowjob» oder «Cunnilingus» dargestellt werden. Das Unterrichtsmaterial richtet sich an Sekundarschüler, der Kanton Zürich empfiehlt es ab 14 Jahren.

Evaluiert wurde es unter anderem von der Pädagogischen Hochschule Zürich (PHZH). Wie häufig die Empfehlungen tatsächlich von Lehrern umgesetzt werden, weiss man nicht. Fakt ist aber, dass Lehrer die Möglichkeit haben, auf das Material zuzugreifen. SVP-Nationalrat Sebastian Frehner ist empört. «Dieses Buch hat nichts im Sexualkundeunterricht zu suchen, die entsprechenden Kantone müssen es schnellstens aus dem Verkehr ziehen.» Für manche Jugendlichen wären solche expliziten Inhalte normal, doch für andere wäre eine Simulation von Analsex die reinste Tortur, mit Schamfaktor hoch zehn.

Auch Lilo Lätzsch, Präsidentin des Zürcher Lehrerverbands, findet: «Dieses Buch überschreitet eine Grenze.» Sie vertraue aber darauf, dass die Lehrkräfte diese expliziten Praktiken nicht verwenden würden.
Christian Amsler, Präsident der Deutschschweizer Erziehungsdirektorenkonferenz, stellt sich hinter das Buch: «Ich denke, Lehrkräfte und Fachpersonen fürSexualkunde können sehr wohl einschätzen, wann eine Übung angemessen ist und wann nicht.» Auch die Kantone hätten sich bei der Empfehlung wohl etwas überlegt.

«Längst nicht alles ist für die Schule geeignet»

Herr Geiser*, ist das Buch für den Schulunterricht geeignet? Das Buch zeigt Möglichkeiten auf, wie man den Sexualkundeunterricht gestalten könnte. Dabei ist längst nicht alles für den Unterricht geeignet. Wenn man Sexualpraktiken als Pantomimenspiel vorführt, muss dies pädagogisch begründet sein, das ist in der Schule nicht der Fall.

Wieso wird dann dieses Buch empfohlen? Es geht im Buch um sehr viel mehr als Pantomimenspiele und dergleichen, diese sind nur ein kleiner Aspekt. So werden auch die Themen Liebe und Beziehung darin thematisiert, Jugendliche können diskutieren, was Liebe für sie bedeutet, wie sie Machtverhältnisse in Beziehungen erleben, und sie können sich mit verschiedenen Beziehungsmodellen auseinandersetzen. Wo finden denn die expliziteren Beispiele Anwendung? Es gibt ja auch noch ausserschulischen Angebote oder Präventionsveranstaltungen, wo solche Themen aufgenommen werden können. Auch hier müssen die Beispiele aber didaktisch Sinn machen.

*Lukas Geiser ist Dozent fürSexualpädagogik an der PHZH

 

 

Verein «Schutzinitiative» gegründet!

aus dem Standpunkt EDU UDF vom 08.03.2016

Initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» wurde zurückgezogen

Die Ziele der Initiative werden weiterverfolgt. Besorgte Eltern sollen einen starken Partner haben, der sich auf allen gesellschaftspolitisch relevanten Ebenen für den Schutz unserer Kinder vor ideologisch motivierten sexualpädagogischen Experimenten einsetzt. Am 30. Januar 2016 wurde deshalb der Verein «Schutzinitiative» in Olten gegründet.

Die Eidgenössische Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» wurde im Dezember 2013 mit 110 000 gültigen Unterschriften eingereicht und von der Bundeskanzlei für formell zustande gekommen erklärt. Ziel der Volksinitiative war, Kinder im Kindergarten und in den ersten zwei Klassen der Primarschule vor obligatorischem Sexualkundeunterricht zu schützen. Dies nicht aus Motiven einer «hinterwäldlerischen Prüderie», sondern aus echter Besorgnis, dass sogenannte Sexualpädagogen mit Experimenten, welche sowohl wissenschaftlich, wie auch moralisch jeglicher Grundlage entbehren, unsere Kinder einer Frühsexualisierung unterziehen, die rein ideologisch begründet ist und letztlich nur einem Ziel dient – der Zerstörung der traditionellen Familie. 


Schutz für Kinder

Das Initiativkomitee hat entschieden, die Volksinitiative zurückzuziehen und das Komitee in einen Verein umzuwandeln. Grund dafür war die Feststellung, dass die Initiative allein schon durch das Zustandekommen viel bewegt hat. So wurde z. B. das «Kompetenzzentrum für Sexualpädagogik» in Luzern geschlossen und der Lehrplan 21 der Deutschschweizer Kantone enthält keinen Sexualkundeunterricht mehr vor demvollendeten 10. Altersjahr. Eine weitere Begründung lag in der Befürchtung, dass ein allfälliger Misserfolg an der Urne diesen destruktiven Kräften eine folgenschwere Legitimation verschafft hätte.

Der Vereinsvorstand wird von mehreren national bekannten Politgrössen angeführt. Das Präsidium hat alt Nationalrat Toni Bortoluzzi (SVP/ZH) übernommen Ihm zur Seite stehen u. a. die beiden Nationalrätinnen Roberta Pantani (Lega/ TI) und Verena Herzog (SVP/TG) sowie der ehemalige Co-Präsident des Initiativkomitees Nationalrat Dr. Sebastian Frehner (SVP/BS). Der Verein setzt sich aktiv für den Schutz vor Sexualisierung von Kindern in Kindergarten und Primarschule ein. Er bekämpft insbesondere obligatorischen Sexualkundeunterricht für Kinder vor dem vollendeten 9. Altersjahr, nicht aber eine altersgemässe Sexualaufklärung zur Vermittlung von Wissen über die menschliche Fortpflanzung und Entwicklung, sowie Unterricht zur Prävention von Kindsmissbrauch ab dem Kindergartenalter. Darüber hinaus wendet er sich gegen jeden nicht altersgemässen Sexualkundeunterricht für Kinder auch in höheren Stufen der Volksschule.


Enthemmte Gesellschaft

An der Gründungsversammlung vermittelte uns Frau Tabea Freitag, Diplompsychologin und Psychotherapeutin, mit ihrem Referat einerseits einen Einblick in die höchst bedenklichen Entwicklungen hinsichtlich Pornografiekonsum von Kindern und Jugendlichen und deren Folgen für die Gesellschaft, andererseits konnte sie u. a. anhand ihres Buches «Fit for Love» überzeugend aufzeigen, wie altersgerechter und beziehungsorientierter Sexualkundeunterricht aussehen kann. Bezeichnend für die Wahrnehmung in der Gesellschaft titelte die Schweizerische Depeschenagentur (SDA) in ihrer Medienmitteilung: Verein «Schutzinitiative» kämpft gegen Sexualkundeunterricht. Diese Sichtweise spiegelt das Unvermögen, z. B. dem Begriff «Scham», eine ideologiefreie Bedeutung zuzuordnen. Anstelle einer Schutzfunktion für die psychosoziale Integrität unserer Kinder, wird der Begriff als Markenzeichen einer «lustfeindlichen Verklemmtheit» missinterpretiert.

 


Lehrplan-Anhänger schaffen Tatsachen

aus der Neuen Zürcher Zeitung vom 23.02.2016

Initiative «Lehrplan vors Volk» ist zustande gekommen –
Bildungsinstitutionen machen weiter

Der umstrittene Lehrplan 21 muss möglicherweise dem Parlament oder dem Volk unterbreitet werden. Dennoch wird das Projekt vorangetrieben – zum Ärger der Lehrplan-Gegner. 

Isc. Der Lehrplan 21 ist in den letzten Monaten von links und rechts unter Beschuss geraten. In mehreren Kantonen sind wegen pädagogischer und politischer Vorbehalte Initiativen zustande gekommen, die eine Volksabstimmung erzwingen wollen – mit dem Ziel, das ehrgeizige Projekt der Eidgenössischen Konferenz der Erziehungsdirektoren (EDK) zu stoppen.
Auch im Kanton Zürich könnte der Souverän das letzte Wort haben. Wie die Staatskanzlei am Freitag mitgeteilt hat, ist die Ende November von Pädagogen, Kinderärzten sowie rechtskonservativen und jungfreisinnigen Politikern eingereichte Initiative «Lehrplan vors Volk» mit mehr als 6000 geprüften Unterschriften zustande gekommen.

Unbeirrt weitermachen
«Nun hoffen wir, dass möglichst bald abgestimmt werden kann», sagt SVP-Kantonsrätin Anita Borer namens der Initianten. Die maximale Frist von der Einreichung bis zur Abstimmung beträgt 30 Monate. Konkret verlangt die Initiative, dass nicht wie üblich der Bildungsrat, sondern der Kantonsrat über die Einführung des neuen Lehrplans entscheidet. Da der Entscheid des Parlaments dem fakultativen Referendum unterstellt werden soll, könnte es letztlich zu einer Volksabstimmung kommen – und allenfalls auch zu einem «Nein» zu den Bestrebungen der EDK, die Bildungsziele in den 21 Deutschschweizer Kantonen mit einem Katalog von Hunderten «Kompetenzen» zu vereinheitlichen. Trotz diesen Fragezeichen treibt die Bildungsdirektion die Umsetzung des «Jahrhundertwerks» (so Ex-Bildungsdirektorin Regine Aeppli) voran, als wäre nichts geschehen. Man mache «unbeirrt» weiter, erklärte Volksschulamt-Chef Martin Wendelspiess vor einem Jahr dem «Landboten».
An dieser Devise hat sich nichts ge- ändert. Auch der Bildungsrat hat just eine Stunde vor der Einreichung der Initiative im letzten November entschieden, den neuen Lehrplan ab Schuljahr 2018/19 einzuführen. Eine Antwort auf eine Anfrage von Anita Borer und weiteren Kantonsräten, ob es angesichts der drohenden Abstimmung nicht angebracht wäre, die Einführung zu sistieren, ist der Regierungsrat bis dato schuldig geblieben. Dafür hat der Bildungsrat dem Zürcher Lehrmittelverlag verschiedene Lehrmittel in Auftrag gegeben, die auf den Lehrplan 21 ausgerichtet sind, etwa «Gesellschaften im Wandel» oder «Kinder begegnen Natur und Technik» Die Initianten empfinden das als Affront. «Man versucht, vollendete Tatsachen zu schaffen, obwohl es noch gar keinen Auftrag gibt», sagt Anita Borer, «dabei wäre angesichts des Widerstandes ein Marschhalt angebracht.»

«What else?»
Fest steht, dass die Initiative keine aufschiebende Wirkung hat. Das Volksschulamt weist die Kritik aber auch inhaltlich zurück. In Sachen Lehrmittel gebe es keine scharfe Trennlinie «vor dem Lehrplan» und «mit dem Lehrplan», sagt Sprecherin Brigitte Mühlemann: «Der Anforderungskatalog für neue Lehrmittel war bereits vor dem Vorliegen des Lehrplans 21 in Richtung Kompetenzorientierung angelegt.» Zudem betont Mühlemann, dass der Lehrmittelverlag keine Subventionen beanspruche und sich selber finanziere – womit dem Kanton wegen der neuen Lehrmittel keine Mehrkosten entstünden. Tatsächlich werden andere die Kosten zu tragen haben, nämlich die Schulgemeinden. Sicher ist aber auch, dass der Kanton weiterhin für das unternehmerische Risiko des Verlags (mit)haftet. Denn die öffentlichrechtliche Institution soll zwar in eine Aktiengesellschaft umgewandelt werden, Mehrheitsaktionär wird nach dem Willen der kantonsrätlichen Bildungskommission aber der Kanton bleiben. Völlig am Markt vorbei sollten neue Lehrmittel also nicht produziert werden.
An den pädagogischen Hochschulen ist die Vermarktung des langersehnten, weil Aufträge generierenden Lehrplans 21 derweil in vollem Gang. So bietet die PH Zürich Kurse und Workshops an mit Titeln wie: «Lehrplan 21 – Nachhaltige Ernährung macht Schule» oder: «Lehrplan 21 und Sexualpädagogik? What else?» Die rhetorische Frage aus der Nespresso-Werbung ist offensichtlich nicht nur in sexuellen Belangen Programm.

"Verein Schutzinitiative" kämpft gegen Sexualkundeunterricht

von der SDA vom 05.02.2016

Als “Verein Schutzinitiative” will sich das Komitee der zurückgezogenen eidgenössischen Volksinitiative “Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule” weiterhin für seine Anliegen einsetzen. Präsident des Vereins ist der ehemalige Zürcher SVP-Nationalrat Toni Bortoluzzi.

Im Vereinsvorstand sitzen unter anderen die Nationalrätinnen Roberta Pantani (Lega/TI) und Verena Herzog (SVP/TG) sowie Nationalrat Sebastian Frehner (SVP/BS). Das teilte der Verein am Freitag nach seiner Gründungsversammlung von letzter Woche in Olten SO mit.

Der Verein setzt sich gemäss Statuten “aktiv für den Schutz vor Sexualisierung von Kindern in Kindergarten und Primarschule” ein. Man bekämpfe den obligatorischen Sexualkundeunterricht für Kinder vor dem vollendeten neunten Altersjahr.

Eine altersgemässe Sexualaufklärung zur Vermittlung von Wissen über die menschliche Fortpflanzung und Entwicklung werde gutgeheissen, schrieb der Verein. Das gelte auch für den Unterricht zur Prävention von Kindsmissbrauch ab dem Kindergarten, sofern dieser Unterricht keine Sexualerziehung beinhalte.

Sitz des Vereins ist Münchenstein BL. Die offiziell zustande gekommene Volksinitiative war im vergangenen Juli zurückgezogen worden. Das Begehren habe allein durch das Zustandekommen “viel Schutzwirkung entfaltet”, hiess es.

 

Pressecommuniqué, 05.02.16 Initiativkomitee in «Verein Schutzinitiative» umgewandelt

Mitglieder und Sympathisanten der zurückgezogenen eidgenössischen Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule», kurz «Schutzinitiative», haben an einer gut besuchten Gründungsversamm- lung am 30. Januar 2016 in Olten den gleichnamigen «Verein Schutzinitiative» gegründet. Das Präsidium des Ver- eins hat der ehemalige Zürcher Nationalrat Toni Bortoluzzi (SVP) übernommen. Ziel des Vereins ist es, landesweit einen massgeblichen Beitrag zur Stärkung der Elternrechte im Hinblick auf die Sexualaufklärung und -erziehung der Kinder an der Volksschule zu leisten und Missbräuche aufgrund von unwissenschaftlichem und ideologisch belastetem Schulunterricht zu unterbinden bzw. zu korrigieren.

Mitglieder und Sympathisanten der zurückgezogenen eidgenössischen Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule», kurz «Schutzinitiative», haben an einer gut besuchten Gründungsversamm- lung am 30. Januar 2016 in Olten den gleichnamigen «Verein Schutzinitiative» gegründet. Das Präsidium des Ver- eins hat der ehemalige Zürcher Nationalrat Toni Bortoluzzi (SVP) übernommen. Ziel des Vereins ist es, landesweit einen massgeblichen Beitrag zur Stärkung der Elternrechte im Hinblick auf die Sexualaufklärung und -erziehung der Kinder an der Volksschule zu leisten und Missbräuche aufgrund von unwissenschaftlichem und ideologisch belastetem Schulunterricht zu unterbinden bzw. zu korrigieren.

Die eidgenössische Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» wurde am 17. De- zember 2013 mit 110’000 gültigen Unterschriften eingereicht und am 30. Januar 2014 von der Bundeskanzlei für formell zustande gekommen erklärt. Ziel der Volksinitiative war es, Kinder im Kindergarten und in den ersten zwei Klassen der Primarschule vor obligatorischem Sexualkundeunterricht zu schützen. Das Initiativkomitee hat am 29. Juni 2015 entschieden, die Volksinitiative zurückzuziehen und das Komitee in einen Verein umzuwandeln. Grund dafür war die Feststellung, dass die Initiative allein schon durch das Zustandekommen viel Schutzwirkung entfaltet hat: Das Kompetenzzentrum für Sexualpädagogik in Luzern wurde geschlossen und der «Lehrplan 21» der Deutsch- schweizer Kantone enthält keinen Sexualkundeunterricht vor dem vollendeten 10. Altersjahr. Mit der Gründungs- versammlung vom 30. Januar 2016 wurde nun die Umwandlung des Initiativkomitees in einen Verein nach Zivilge- setzbuch Art. 60 ff. abgeschlossen.

Der Vereinsvorstand wird von mehreren national bekannten Politgrössen angeführt. Das Präsidium hat Toni Borto- luzzi (SVP/ZH) übernommen, der als Nationalrat in den letzten 24 Jahren auch in zahlreichen Kommissionen Einsitz hatte. Ihm zur Seite stehen unter anderem die beiden Nationalrätinnen Roberta Pantani (Lega/TI) und Verena Herzog (SVP/TG) sowie der ehemalige Co-Präsident des Initiativkomitees Nationalrat Dr. Sebastian Frehner (SVP/BS), der ehemalige Nationalrat Urs Nussbaumer (CVP/SO) und Kantonsrat Dr. med. Daniel Beutler (EDU/BE).

Der Verein setzt sich gemäss seinen Statuten «aktiv für den Schutz vor Sexualisierung von Kindern in Kindergarten und Primarschule» ein. Er bekämpft insbesondere obligatorischen Sexualkundeunterricht für Kinder vor dem vollen- deten neunten Altersjahr. Er heisst hingegen eine altersgemässe Sexualaufklärung zur Vermittlung von Wissen über die menschliche Fortpflanzung und Entwicklung gut, ebenso wie Unterricht zur Prävention von Kindsmissbrauch ab dem Kindergarten, sofern dieser Unterricht keine Sexualerziehung beinhaltet. Darüber hinaus wendet er sich gegen jeden nicht altersgemässen Sexualkundeunterricht für Kinder auch in höheren Stufen der Volksschule.

Der Verein hat sich im Rahmen der Unterschriftensammlung für die eidgenössische Volksinitiative eine ansehnliche Basis von Sympathisanten erarbeitet und kann somit auf eine wirkungsvolle Unterstützung aus der Bevölkerung zäh- len. Organisatorisch wird der Vereinsvorstand von fünf verschiedenen Beiräten assistiert: einem pädagogischen, ei- nem juristischen, einem ärztlichen, einem politischen und einem internationalen Beirat.

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Schutzinitiative zurückgezogen

Aus Idea Spektrum vom 22.7.2015

Münchenstein (idea) – Mit der Volksinitiative „Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule“ sollte dem Aufklärungsunterricht durch Kindergarten und Volksschule Einhalt geboten werden. Dies sei allein schon durch die Lancierung der Volksinitiative gelungen. Nun zieht das Komitee die bereits zustande gekommene Initiative wieder zurück. Man sei zur Überzeugung gelangt, es sei besser „nicht die kurzfristige Entscheidung an der Urne zu suchen, sondern die Kräfte in einer langfristigen Kampagne mit Schutzfunktion für Kinder bis zum vollendeten neunten Altersjahr und darüber hinaus zu bündeln“. Dies teilt das Initiativkomitee auf seiner Webseite mit. Zum Komitee gehören Nationalrat Sebastian Frehner, alt Natiolrätin Suzette Sandoz und Nationalrätin Roberta Pantani.

Das Initiativkomitee wechselt nun seine Strategie und gründet den „Verein Schutzinitiative“. Dieser soll die weitere Entwicklung des Sexualkundeunterrichts in der Schweiz überwachen und die erforderlichen Massnahmen ergreifen, „um Auswüchse zu verhindern“. Die vierteljährliche Zeitschrift «Schutzinitiative aktuell» mit einer Auflage von 30’000 Exemplaren wird weiter geführt.

Als konkrete positive Veränderungen seit Lancierung der Volksinitative nennt das Komitee unter anderem die breite Sensibilisierung der Öffentlichkeit und den Umstand, dass sich Bund und Kantone veranlasst sahen, sich mit der vom BAG propagierten Einführung von Sexualkundeunterricht ab Kindergarten zu befassen.

Vor dem Rücknahme-Entscheid hat das Initiativkomitee eine repräsentative Meinungsumfrage in Auftrag gegeben. Diese ergab, dass derzeit alle von der Volksinitiative formulierten Anliegen von einer Mehrheit der stimmberechtigten Bevölkerung unterstützt werden. Das wäre ein gutes Signal für die Durchführung einer Volksbefragung gewesen. Trotzdem wird die Initiative nun zurückgezogen. Es sei zur Überzeugung gelangt, besser keine kurzfristige Entscheidung an der Urne zu suchen, sondern die Kräfte in einer langfristigen Kampagne zu bündeln. Die Umwandlung des Komitees in einen Verein und die Fortsetzung der operativen Tätigkeiten durch diesen Verein hätten das Komitee fast einstimmig bewogen, diesen Strategiewechsel gutzuheissen.

Pressecommuniqué, 14.07.15 Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» hat ihren Zweck erfüllt

Initiativkomitee zieht Schutzinitiative zurück und gründet «Verein Schutzinitiative»

Durch die Lancierung der Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» konnte der Sexualisierung unserer Kinder in frühen Jahren durch Kindergarten und Volksschule Einhalt geboten werden. Dieser Erfolg ohne Volksabstimmung hat das Komitee der Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» dazu veranlasst, die Volksinitiative zurückzuziehen. Das Komitee wird nun in den «Verein Schutzinitiative» umgewandelt. Dieser soll die weitere Entwicklung des Sexualkundeunterrichts in der Schweiz überwachen und die erforderlichen Massnahmen ergreifen, um Auswüchse zu verhindern. Der Verein wird Initiativ- und Referendumsstärke besitzen und seine Schutzfunktion effizient wahrnehmen können. Die vierteljährliche Zeitschrift «Schutzinitiative aktuell» mit einer Auflage von 30’000 Exemplaren wird weitergeführt.

Seit der Lancierung der Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» im Jahr 2011 wurden zahlreiche positive Ergebnisse erzielt:

  1. Die breite Öffentlichkeit wurde für das Thema des Sexualkundeunterrichts sensibilisiert.
  2. Bund und Kantone wurden veranlasst, sich mit der vom BAG propagierten Einführung von Sexualkundeunterricht ab Kindergarten zu befassen. Das Zustandekommen der Initiative mit 110’000 gültigen Unterschriften zeigt eindrücklich, dass die Bevölkerung die schleichende Einführung dieses Unterrichts nicht einfach hinnimmt.
  3. Weiter wurde erreicht, dass aus den Basler «Sexboxen» für Kindergarten und Primarschulen das pornografische Material entfernt und die unsensible Bezeichnung «Sexbox» abgeändert wurde.
  4. Das Kompetenzzentrum Sexualpädagogik und Schule an der Pädagogischen Hochschule in Luzern, welches im Auftrag des BAG geschaffen worden war, wurde geschlossen und das BAG einmal mehr in die Schranken verwiesen.
  5. Bei der Erstellung des Lehrplans 21 wurde darauf geachtet, dass vor dem 10. Altersjahr der Kinder
    keine Einheiten von Sexualkundeunterricht vorgesehen werden. Im gesamten Lehrplan wurde auf die Verwendung des ideologisierten Ausdrucks «Gender» verzichtet.

Das Initiativkomitee hat vorgängig zu seinem Entscheid eine repräsentative Meinungsumfrage beim Institut DemoScope in Auftrag gegeben. Das Institut kam durch Befragung von 1’168 Schweizer Stimmbürgerinnen und Stimmbürgern aus allen Landesteilen zum Ergebnis, dass derzeit alle von der Volksinitiative formulierten Anliegen von einer Mehrheit der stimmberechtigten Bevölkerung unterstützt werden. Einzelheiten dazu werden zu einem späteren Zeitpunkt veröffentlicht. Das Komitee zieht die Initiative nun dennoch zurück, weil es zur Überzeugung gelangt ist, besser nicht die kurzfristige Entscheidung an der Urne zu suchen, sondern die Kräfte in einer langfristigen Kampagne mit Schutzfunktion für Kinder bis zum vollendeten neunten Altersjahr und darüber hinaus zu bündeln. Die Umwandlung des Komitees in einen Verein und die Fortsetzung der operativen Tätigkeiten durch diesen Verein bewogen das Komitee fast einstimmig, den Strategiewechsel gutzuheissen.


Für weitere Auskünfte wenden Sie sich bitte an: www.schutzinitiative.ch
Nationalrat Dr. iur. Sebastian Frehner, 079 620 71 04
Prof. Dr. iur. Suzette Sandoz, a. Conseillère nationale, 021 728 82 02
Roberta Pantani, Consigliera nazionale, 079 621 02 85


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Ständerat: Nur einer hatte Mut!

Am Abend des 1. Juni 2015 fand im Ständerat dieDebatte über die Volksinitiative «Schutz vor Sexualisierungin Kindergarten und Primarschule»statt. Nur ein einziger Ständerat, Peter Föhn(SVP/ SZ, Mitglied des Initiativkomitees), sprachsich für die Initiative aus. In der Abstimmungvotierten schliesslich 37 Ständeräte dagegen,1 dafür, 3 enthielten sich, 4 waren abwesend undder Präsident stimmte nicht mit. Lesen Sie hier Auszüge aus dem Votum von Ständerat PeterFöhn.

«Es wurde in den letzten Jahren zu viel Geschirr zerschlagen,es wurden zu viele Konflikte ausgetragen, und zwar auf demBuckel von kleinen Kindern und deren Familien. Ich darf aberauch sagen, dass sich in der Zwischenzeit doch einiges, undich sage das hier ganz deutlich, dank dieser Initiative zumBesseren gewendet hat: Man wurde vorsichtiger, man wurdezurückhaltender, man konnte wiederum diskutieren. Anfänglichgab es teilweise keine Diskussion; man hat einfachKinder – ich sage es jetzt hier ein bisschen überspitzt –‹vergewaltigt›, wenn ich das aus Sicht von Eltern wiedergebe.

Eltern wollten ihre Kinder von diesem Unterricht dispensierenund erhielten eine klare Absage, und das verstandman nicht. Man stelle sich vor: Da wird Sexualkundeunterrichtfür Kinder ab vier Jahren geplant! Es gibt Material, dassogar von der Schweizerischen Post als pornografisch undanstössig bezeichnet wird, und Eltern können ihre Kindernicht von einem solchen Unterricht dispensieren lassen!Im Auftrag des Bundesamtes für Gesundheit (BAG) wurdeein Grundlagenpapier ausgearbeitet, welches aufzuzeigenhatte, wie man Sexualkundeunterricht ab Kindergarten einzuführenhat oder wie man ihn einführen kann. (…) Das Kompetenzzentrumwurde aufgrund des Protests dannsinnigerweise geschlossen. (…) Mit Unterstützung von Personenaus allen Kantonen und sehr vielen politischen Parteienwurde deshalb diese eidgenössische Volksinitiativelanciert und mit 110 000 Unterschriften zustande gebracht.Und, das sage ich deutlich, diese Initiative haben wir demBAG zu ‹verdanken›! Was will die Volksinitiative? Sie will einfachein bisschen mehr Freiheit! Denn dieser Unterricht, dieserintimste Unterricht sollte nach wie vor Sache der Elternsein. Die Volksinitiative richtet sich nicht gegen den Sexualkundeunterrichtan den Schulen, sondern hat zum Ziel, dieErziehungsverantwortung der Eltern zu stärken. Diese Initiativewill nämlich erstmals Präventionsunterricht gegenKindsmissbrauch ab Kindergarten; sie will einen freiwilligenSexualkundeunterricht ab dem neunten Altersjahr, damit dieEltern, welche sich überfordert fühlen, ihre Kinder in denfreiwilligen Unterricht schicken können; sie will den obligatorischenUnterricht im Fach Biologie ab dem zwölften Altersjahr.

Was nützt der Sexualkundeunterricht in frühen Jahren?Ich sage mit andern Fachkräften und als ehemaliger Lehrer:Er nützt gar nichts! Es gibt nämlich keine wissenschaftlichenStudien, die den Nutzen eines frühen Sexualkundeunterrichtsbelegen. (…) Deshalb sieht auch der Lehrplan vor demzehnten Altersjahr zu Recht keinen Sexualkundeunterrichtvor. Diese Volksinitiative und der Lehrplan 21 decken sichzum grössten Teil.

Ich bitte Sie deshalb, dieser Volksinitiative Vertrauen zuschenken und sie zur Annahme zu empfehlen!»

«Allianz für Sexualaufklärung» will «sexuelle Rechte» für Kinder ab Geburt etablieren

Am 5. Mai 2015 hat die vom Bundesamt fürGesundheit (BAG) finanzierte Stiftung SexuelleGesundheit Schweiz (SGS) gemäss eigenen Angabeneine «Allianz für Sexualaufklärung» in derSchweiz lanciert. Sie soll fast 40 Organisationenvereinigen, welche sich auf regionaler und nationalerEbene für Sexualaufklärung einsetzen wollen.Sexuelle Gesundheit Schweiz bekämpft aktivdie Schutzinitiative. Zur Allianz gehören auch ProJuventute und Pro Familia.

Wozu eine «Allianz für Sexualaufklärung»?
Erklärtes Ziel der in der Allianz zusammengeschlossenenOrganisationen ist es, die umstrittenen «Standards für Sexualaufklärungin Europa»1 der Weltgesundheitsorganisation(WHO) schweizweit zu verbreiten, damit die «sexuellenRechte» von Kindern sichergestellt werden können. Weitersollen solche Organisationen vernetzt werden, welche zurFörderung der «ganzheitlichen Sexualaufklärung» beitragenkönnen. Gemäss SGS-Homepage geht es dabei um «eineSexualaufklärung bereits in den ersten Lebensjahren».Womit auch gleich klargestellt ist, für welche Inhalte sichdie unterzeichnenden Organisationen künftig einsetzen werden.Die WHO-Standards schlagen zum Beispiel Masturbationals durchgehend zu behandelndes Thema vor, und zwarbereits ab der Altersstufe 0-4 Jahre. Empfängnisverhütungund Verständnis für «akzeptablen Sex» soll ab 6 Jahren thematisiertwerden, «erste sexuelle Erfahrungen» und «Genderorientierung» sind ab 9 Jahren im Programm.Wir rufen alle Kräfte in diesem Land auf, die Umsetzungdieses monströsen Programmes an den Schweizer Kindergärtenund Primarschulen zu verhindern.

Wer ist in dieser «Allianz für Sexualaufklärung»?
Neben vielen kleinen Fachstellen von Sexualpädagogenhaben sich auch Organisationen wie «KinderschutzSchweiz», «Pro Familia Schweiz», «Kinderärzte Schweiz»,«Schweizerischer Fachverband der Mütter- und Väterberatung», «Schweizerischer Verband der Mütterberaterinnen», «Schweizerischer Hebammenverband», «ProJuventute», «Dachverband Lehrer und LehrerinnenSchweiz», dieser Allianz angeschlossen. Aus Sicht kritischerEltern und Fachexperten aus dem Erziehungs- und«den Zielen des Aktionsprogramms der UNO-Konferenz vonKairo 1994, International Conference on Population and Development(ICPD), und den darin formulierten Grundsätzender sexuellen und reproduktiven Gesundheit». Weiter verpflichtetsich die Stiftung der IPPF-Charta vom November1995 und dem «Grundrecht auf sexuelle und reproduktiveGesundheit». Der Begriff «Sexuelle und reproduktiveGesundheit» ist in einem Aktionsprogramm des ICPD definiertund beruht auf einer Definition der Weltgesundheitsorganisation(WHO). Das WHO-Regionalbüro für Europa istauch Verfasser der äusserst umstrittenen «Standards für dieSexualaufklärung in Europa»1. Diese Standards propagierendas Grundrecht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit abfrühstem Kindesalter und werden vom BAG immer wieder als«internationale wissenschaftliche Referenz» zitiert.Die Stiftung SGS verfolgt den Zweck, für ein «Grundrechtauf sexuelle und reproduktive Gesundheit einzustehen undes zu fördern, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in öffentlichenund privaten Institutionen und in politischen Behördenauf allen Ebenen». Diese Bestrebungen müssen gemässeigenen Angaben allumfassend sein: also nicht nur national,sondern auch international sollen die sexuellen RechteTherapeutenbereich ist diese Entwicklung äusserst beunruhigendund disqualifiziert diese Organisationen.

Wer ist Sexuelle Gesundheit Schweiz?
Es handelt sich um eine «gemeinnützigeStiftung» nach schweizerischemRecht mit Sitz in Lausanne. Sie ist dasSchweizer Mitglied der InternationalPlanned Parenthood Federation(IPPF), einem internationalen Lobby-Netzwerk mit zahlreichen Abtreibungsklinikenund zur Förderungder Sexualerziehung. Finanziell undpersonell besteht eine enge Verflechtungmit dem Bundesamt für Gesundheit(BAG) und der AIDS-Hilfe Schweiz. Allein in denJahren 2013 und 2014 subventionierte das BAG diese Stiftungmit 2,7 Millionen Franken! Ihre beiden Geschäftsstellen, welchefür die operative Umsetzung zuständig sind, befindensich in Lausanne und Bern.Schauen wir uns doch mal die Grundsätze (Art. 2) in denStatuten etwas näher an: Darin verpflichtet sich die Stiftung «den Zielen des Aktionsprogramms der UNO-Konferenz vonKairo 1994, International Conference on Population and Development(ICPD), und den darin formulierten Grundsätzender sexuellen und reproduktiven Gesundheit». Weiter verpflichtetsich die Stiftung der IPPF-Charta vom November1995 und dem «Grundrecht auf sexuelle und reproduktiveGesundheit». Der Begriff «Sexuelle und reproduktiveGesundheit» ist in einem Aktionsprogramm des ICPD definiertund beruht auf einer Definition der Weltgesundheitsorganisation(WHO). Das WHO-Regionalbüro für Europa istauch Verfasser der äusserst umstrittenen «Standards für dieSexualaufklärung in Europa»1. Diese Standards propagierendas Grundrecht auf sexuelle und reproduktive Gesundheit abfrühstem Kindesalter und werden vom BAG immer wieder als«internationale wissenschaftliche Referenz» zitiert.Die Stiftung SGS verfolgt den Zweck, für ein «Grundrechtauf sexuelle und reproduktive Gesundheit einzustehen undes zu fördern, sowohl in der Öffentlichkeit als auch in öffentlichenund privaten Institutionen und in politischen Behördenauf allen Ebenen». Diese Bestrebungen müssen gemässeigenen Angaben allumfassend sein: also nicht nur national,sondern auch international sollen die sexuellen Rechte propagiert und durchgesetzt werden und zwar in jedemBereich: «politisch, fachlich, sozial und strukturell». AufgeführtePartnerorganisationen sind: IPPF, EuroNGOs2, UnitedNations Population Fund (UNFPA) und die European ParliamentaryForum on Population and Development (EPF).Diese internationalen und weltweit vernetzten Organisationenhaben schon vor Jahren den Grundstein gelegt für denzukünftigen «Aufklärungsunterricht» an Schweizer Kindergärtenund Primarschulen. Sexuelle Gesundheit Schweiz istauserkoren, mit Steuergeldmillionen des BAG die Umsetzungdieser Grundsätze in der ganzen Schweiz voranzutreibenund umzusetzen.

«Sexualkundeunterricht würde sonst künftig anders aussehen»

Peter Föhn setzt sich zurzeit für die Initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» ein. Bereits jetzt sagt er: «Ziel erreicht!»

OLIVER BOSSE

Ein Initiativkomitee rund um den Schwyzer Ständerat Peter Föhn hat vor einiger Zeit die Initiative «Schutz vor Sexualisierung in Kindergarten und Primarschule» lanciert. Sie fordert unter anderem, dass Sexualkunde erst ab dem vollendeten neunten Altersjahr unterrichtet werden darf und auch danach für eine gewisse Zeit freiwillig bleibt. Bei der Vorbesprechung im Parlament hatte die Initiative bisher allerdings einen schweren Stand. Sowohl im National- als auch im Ständerat sprach man sich deutlich dagegen aus.

Föhn will Rückzug der Initiative
Für Föhn kein Grund sich aufzuregen, im Gegenteil. Der Ständerat spricht von einem Erfolg: «Was den Kanton Schwyz und die ganze Innerschweiz betrifft, haben wir unser Ziel bereits erreicht», erklärt er. Bevor man die Initiative lanciert habe, seien nämlich auch im Kanton Schwyz Bestrebungen im Gang gewesen, schon früher als heute mit Sexualkunde zu beginnen. «Ich habe das inoffiziell erfahren», sagt Föhn. Dank der Initiative sei man dann aber – gerade im Hinblick auf den Lehrplan 21 – nochmals über die Bücher gegangen und habe einige Anpassungen vorgenommen. «Sonst würde der Sexualkundeunterricht auch im Kanton Schwyz künftig anders aussehen», ist Föhn überzeugt. Nun will er sich sogar dafür einsetzen, dass die Initiative zurückgezogen wird. «Bald steht die nächste Sitzung an», verrät Föhn. Ob die Initiative tatsächlich zurückgezogen wird, hängt nun unter anderem davon ab, ob sie auch in den anderen Kantonen schon den vom Komitee gewünschten Effekt erzielt hat. Denn solange die Initiative nicht angenommen wird, kann nach wie vor jeder Kanton selbst entscheiden, wie er das Thema Sexualkunde angeht.
Allen Anfang nahm diese Geschichte im Kanton Basel-Stadt. Dort wurde vor einigen Jahren ein sogenannter Sexkoffer mit Unterrichtsmaterialien für die Sexualkunde eingeführt. Beim Amt für Volksschulen und Sport des Kantons Schwyz kann man die Hysterie in Sachen Sexualkunde nicht nachvollziehen. «Im Kindergarten sowie zu Beginn der Primarschule werden im Kanton Schwyz keine sexualkundlichen Themen behandelt», sagt Reto Stadler, Leiter Schulentwicklung und -betrieb. Und er betont: «Daran wird sich auch im Hinblick auf den Lehrplan 21 nichts ändern.» Sowieso ist im Lehrplan gar nicht festgelegt, wie viele Lektionen und ob überhaupt Lektionen für Sexualkunde in Anspruch genommen werden. Das liegt im Ermessen des Lehrers.